Christian Wulff war kaum aus herrschaftlichen Schloss Bellevue abgefahren, da hat die Suche nach einem neuen Bundespräsidenten-Kandidaten begonnen. Kanzlerin Merkel (CDU) will einen Konsens mit der SPD und den Grünen. Die FDP pocht unterdessen lauthals auf ihr Mitspracherecht und die Linkspartei fühlt sich sicher zu Recht undemokratisch ausgebootet.Bei SPD und Grünen wurde Merkels Gesprächsangebot für die Wulff-Nachfolge mit Genugtuung aufgenommen. "Ich begrüße es, dass die Bundeskanzlerin einen offensichtlichen Lernprozess durchgemacht hat", sagte Grünen-Parteichef Cem Özdemir, nicht ohne sichtlicher Häme.
Unterdessen brachte SPD-Chef Sigmar Gabriel den früheren DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck ins Gespräch, welcher 2010 gegen Wulff (auf politischeen und nunmehr gescheiterten Druck von Angela Merkel - gegen Christian Wullf) unterlegen war. "Wir haben Joachim Gauck damals für den besseren Kandidaten gehalten - inzwischen dürfte für alle Bürger in der Bundesrepublik Deutschland klar sein - er ist es auch gewesen!
Fest steht nunmehr, Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit Christian Wulff und Horst Köhler gleich zweimal daneben gegriffen - beide Bundespräsidenten verließen vorzeitig das erste Amt im Staate und ließen die deutsche Bundeskanzlerin angeschlagener denn je zurück, was vor allem zum Nachteil für jeden einzelnen Bürger ist.
Nun hingegen wäre es auch aus Sicht der BERLINER TAGESZEITUNG - endlich Zeit für einen Mann wie Joachim Gauck, wenn er denn noch will - er ist und bleibt die beste Wahl für dieses Amt. (G.Wendland--BTZ)
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